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SUPER-Engagierte 2010 des Paritätischen

Beim Wettbewerb „Engagement gewinnt“ hat der Paritätischen Baden-Württemberg dieses Jahr wieder in sieben verschiedenen Engagementformen Preise an freiwillige Engagierte vergeben.

„Die Vereinten Nationen haben 1985 den 5. Dezember als „Internationalen Freiwilligentag“ festgelegt, um einerseits die Bedeutung des freiwilligen Engagements für die Gesellschaft hervorzuheben und andererseits die vielen engagierten Menschen an diesem Tag in den Mittelpunkt zu stellen. Das wollen wir kurz davor auch tun“. Mit diesen Worten begrüßte Tobias David, stellvertretender Landesvorsitzender des Paritätischen Baden-Württemberg, am 3.12.2010 rd. 100 freiwillig Engagierte und Vertreterinnen und Vertreter aus sozialen Einrichtungen des PARITÄTISCHEN im großen Saal der Jugendherberge Stuttgart im Rahmen der diesjährigen verbandlichen Anerkennungsaktion „Engagement gewinnt“ zum „Dankeschön-Abend“ mit festlichem Essen und Kulturprogramm.

Der PARITÄTISCHE hatte sich erstmals 2006 vorgenommen, sich mit einer besonderen Aktion bei den freiwillig/ ehrenamtlich Engagierten in den Einrichtungen und Diensten PARITÄTISCHER Mitgliedsorganisationen zu bedanken. Ziel dieser Anerkennungsaktion ist es, sich als Dachverband bei seinen Mitgliedern und bei seinen ehrenamtlichen Funktionsträgern der regionaler Ebene mit einer besonderen Aktion - Preisausschreibung und Galaveranstaltung - bei unterschiedlich engagierten Menschen - bei den freiwilligen Helferinnen und Helfern, den ehrenamtlichen Vorständen, den TeilnehmerInnen des Generationenübergreifenden Freiwilligendienstes, den TeilnehmerInnen des Freiwilligen Sozialen Jahres, Zivildienstleistenden und freiwillig Engagierten in Kulturprojekten im paritätischen Bereich zu bedanken. Diese Aktion wurde nach 2006 und 2008 nunmehr 2010 zum dritten Mal durchgeführt. In die diesjährige, neukonzipierte Würdigungsaktion wurden zwei Zielgruppen neu einbezogen. Dabei handelt es sich zum einen um die Gruppe von mit paritätischen Einrichtungen kooperierenden Unternehmen, die bürgerschaftliches Engagement unterstützen, und zum anderen um alle auf Kreisebene ehrenamtlich tätigen Kreisvorstände des Paritätischen. In sieben verschiedenen Engagementformen wurden die gekürten Gewinnerinnen und Gewinner für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet.

Der Landesverband versteht seine Aktion insgesamt als eine Ergänzung, nicht als Konkurrenz der in verschiedenen Formen vor Ort geleisteten Anerkennungskultur der Mitgliedseinrichtungen und möchte den Mitgliedsorganisationen eine zusätzliche Plattform bieten, dieses wertvolle und unersetzliche Engagement landesweit zu honorieren. Bewusst wurde daher der Adressatenkreis über den klassischen Ehrenamtsbereich hinaus erweitert, um der Vielfalt der Engagementformen in den Einrichtungen und Diensten paritätischer Mitglieder gerecht zu werden.

In der ersten Phase der Aktion wurde im Sommer ein Wettbewerb ausgelobt, auf Vorschlag von Mitgliedsorganisationen in sieben verschiedenen Kategorien freiwillig engagierte Personen und Gruppen für herausragendes, beispielgebendes Engagement auszuzeichnen. Daraufhin sind aus 46 Mitgliedsorganisationen insgesamt 49 Vorschläge für die verschiedenen Kategorien eingegangen. Eine Jury hat insgesamt 17 Gewinnerinnen und Gewinner als „SUPER-Engagierte“ ausgewählt. Den Höhepunkt und zugleich Abschluss des Wettbewerbes hat die Preisverleihung mit attraktiven Sachpreisen im Rahmen des Dankeschön-Festes gebildet.

Zu Beginn der Veranstaltung konstatierte Tobias David, dass das freiwillige Engagement eine tragende Säule in der sozialen Arbeit darstellt. „Besonders bei uns im PARITÄTISCHEN kommt dies mit einer Vielzahl unterschiedlicher oft selbstorganisierter Einrichtungen und Initiativen zum Ausdruck. Insgesamt sind in den Einrichtungen und Diensten unserer Mitgliedsorganisationen über 40.000 Menschen freiwillig engagiert.“
Umrahmt von künstlerischen Einlagen des „Duo Mirabelle“ aus Tübingen wurde bei der anschließenden Vorstellung der einzelnen Gewinnergruppen rasch deutlich, welch vielfältige Formen und Facetten von Engagement hinter den vielen Bewerbungen beim Wettbewerb „Engagement gewinnt“ stecken.

Es zählt zum einen sozusagen traditionell der große Bereich der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer dazu, die sich neben ihren beruflichen und privaten Verpflichtungen dauerhaft, regelmäßig und überaus verlässlich einbringen: Sei es bei der Organisation von Festen, Ausflügen oder Nachmittagsangeboten in sozialen Einrichtungen oder bei der Gestaltung einzelner Wochenangebote. Hier sind Menschen, die PC-Kurse anbieten, die Sportgruppen anbieten, die Lese- und Lernpatenschaften übernehmen, die Bazare und Cafés ins Leben rufen, die Musik mit Menschen mit Behinderungen machen, die Notruftelefone betreuen, Fahrdienste übernehmen, die die ehrenamtliche Anleitung einer Abstinenzselbsthilfegruppe übernommen haben, die Kinder auf einem Abenteuerspielplatz betreuen oder sich künstlerisch betätigen.

Einen wichtigen Stellenwert nimmt auch die Arbeit der Vorstände in den Mitgliedseinrichtungen ein. Nach der Kategorie der Ehrenamtlichen, die größte Kategorie des Wettbewerbs. Stetig setzen sich Menschen dafür ein, Geld zu akquirieren für notwendige Anschaffungen, die sonst nicht möglich wären und sich im die Buchhaltung und andere wichtige Vorgänge zu kümmern. Die Vorstände motivieren die MitarbeiterInnen und packen immer wieder selbst mit an. Sie nutzen ihre Kontakte zum Wohle der Einrichtungen und helfen Feste, Basare und Weihnachtsmärkte zu organisieren und umzusetzen. Genauso mischen sie sich aktiv in die Planung neuer Projekte und Gruppen, beispielsweise für Kinder in einer Kita, ein. Ohne dieses wichtige Engagement wäre die Arbeit in vielen Einrichtungen um einiges ärmer.

Für wichtig erachtet wird auch, die jungen Engagierten in den Wettbewerb aufzunehmen. Junge Menschen, die sich entschließen, ein Jahr im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) aktiv zu sein. Dort gibt es auch immer wieder Teilnehmerinnen, die sich weit über das erforderliche Maß engagieren und frischen Wind in die Einrichtungen bringen. Im PARITÄTISCHEN sind es mittlerweile über 1.500 junge Menschen. Auch unter den Zivildienstleistenden - kurz: „Zivis“ - findet man junge Männer, die sich ihren Einsatz sehr zu Herzen nehmen und neben ihrem Pflichtdienst großes Engagement für die Einrichtungen aufbringen.

Auch in 2010 dürfen die „neuen“ Freiwilligen im PARITÄTISCHEN, die einen Generationenübergreifenden Freiwilligendienst leisten, nicht fehlen. Die Engagierten im Freiwilligendienst haben sich entweder zu MentorInnen ausbilden lassen und betreuen andere Freiwillige in ihrem Einsatz und initiieren neue Projekte oder engagieren sich als Freiwillige in einer bestimmten Zeitspanne für ein Projekt. Hierzu gehören zum Beispiel Eltern-Kind-Initiativen in Mehrgenerationenhäusern oder die Mithilfe in einem Kinderklinikradio.

Ferner lässt sich im Bereich von Kulturprojekten herausragendes Engagement feststellen. Da gibt es Sport-, Kultur-, und Musikangebote für Menschen mit und ohne Behinderung, kulturelle Aktionen gegen Rechtsradikalismus und Galaveranstaltungen mit Künstlerinnen und Künstlern zugunsten benachteiligter Personen.

Eine zusätzliche Kategorie, die dieses Jahr eingeführte wurde, ist das Engagement von Unternehmen: Unsere Gesellschaft braucht Unternehmen – kleine wie große – die sich mit der Unterstützung von freiwilligem Engagement für das Gemeinwohl einsetzen. Wir freuen uns, dass wir einen regionalen Verkehrsbetrieb gefunden haben, der in seiner Region in besonderem Maße bürgerschaftliche Initiativen unterstützt und ebenso einen Buchladen, der in einem kleinen aber feinen Rahmen, ehrenamtliche Leseinitiativen fördert.

Der stellvertretende Landesvorsitzende David bedankte sich ausdrücklich bei allen Freiwilligen für deren ideenreichen und tatkräftigen Einsatz und schloss in den Dank die Sponsoren - insbesondere die Landesbank - mit ein, die durch ihre Unterstützung maßgeblich zum Gelingen der Anerkennungsaktion beigetragen haben. Mit Blick auf die Zukunft sah er im beispielhaften Engagement der WettbewerbsteilnehmerInnen einer Ermutigung für die weitere Ausgestaltung der Zivilgesellschaft. „Sie leisten wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung der Einrichtungen, Sie springen ein, wenn Not am Mann bzw. der Frau ist und Sie tun dies alles mit großer Einsatzfreude und Begeisterung.

Darüber hinaus leisten die ebenfalls ehrenamtlich tätigen Kreisvorstände in unseren regionalen Verbandsuntergliederungen wichtige Arbeit bei der lokalen Präsenz und Repräsentanz unseres Verbandes. Sie kümmern sich vor Ort um die Zusammenarbeit und die Vernetzung unter unseren Mitgliedsorganisationen und leisten in verschiedenen kreis- und kommunalen Gremien nach außen hin wichtige Lobbyarbeit für PARITÄTISCHE Einrichtungen und die von ihnen betreuten Personengruppen. Durch ihr Engagement, ihren Einsatz und Elan bekommt der PARITÄTISCHE zunehmend auch vor Ort ein Gesicht, bei dem die Vielfalt guter sozialer Dienstleistungen und Hilfen im Vordergrund steht.

Dies macht uns als Wohlfahrtsverband Mut, denn die Gestaltung der Zivilgesellschaft ist wichtiger denn je. Wir alle wissen, dass unser Sozialstaat sich im Umbruch befindet. Es wird immer wichtiger, dass Menschen über ihren Tellerrand blicken und sich für andere einbringen. Auf der anderen Seite haben wir immer mehr Menschen, die sich in Übergangsphasen befinden, oder aus dem Erwerbsleben frühzeitig ausgeschieden sind. Oftmals Menschen mit viel Erfahrung und Know How. Menschen, die durch ein Engagement eine neue Herausforderung annehmen können und die auf diese Weise einen wichtigen Beitrag für soziale Einrichtungen und besonders für die dort anzutreffenden Menschen leisten können.

Wir als PARITÄTISCHER sehen unsere Aufgabe darin, neue Wege zu erproben freiwilliges Engagement zu unterstützen.“

Moderiert von Uwe Kaiser, Koordinator für Medienprojekte im Paritätischen, fand nach dem Veranstaltungsauftakt im Zusammenwirken mit dem stellvertretenden Landesvorsitzenden die Preisverleihung für die 17 Gewinnerinnen und Gewinner statt. Attraktive Sachpreise konnten entgegengenommen werden, darunter ein Profi-Aufnahmegerät, i-Pod-Player, digitale Videokameras, Musical-Tickets mit Hotelübernachtung, Gutscheine für Ballonrundflüge und Theaterbesuche, Büchergutscheine sowie Trostpreise für alle übrigen WettbewerbsteilnehmerInnen. Im zweiten Teil der Veranstaltung gab es mit herrlichem Blick auf das illuminierte Stuttgart – umrahmt von dezenten musikalischen Klängen des „Schlossbergtrios“ – ein vorweihnachtlich arrangiertes Abendessen. Ablesbar an der guten Stimmung und den zufriedenen Gesichtern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist es offensichtlich ganz in der Absicht des Veranstalters gelungen, an diesem Abend für das leibliche wie seelische Wohlbefinden der eingeladenen Freiwilligen zu sorgen.

dankeschoenfest_EG_20101203.pdf
 


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