Soziale Projekte in Zeiten von Corona nachhaltig gestalten – Konzeptentwicklung, Kooperationen und Verstetigung innovativer Ansätze

Die Sozialwirtschaft steht durch die Corona-Pandemie vor enormen Herausforderungen. Unsere Gesellschaft, aber auch unser Arbeitsumfeld, Soziale Arbeit in allen Facetten, verändern sich und keiner weiß genau, wie Gesellschaft und das Wohlfahrtswesen „danach“ aussehen werden. Zugleich hat in der gegenwärtigen Ausnahmesituation die Soziale Arbeit in allen Handlungsfeldern einen direkten Einblick in die konkrete Bedarfslage der Klient*innen und praktiziert bereits vielfältige neue Herangehensweisen. In der Krise entsteht ein beachtlicher Erfahrungsschatz, den es zu sichern, zu fördern und weiterzuentwickeln gilt.

Schon immer war es eine stetige Aufgabe von Sozialer Arbeit, dem ständigen gesellschaftlichen Wandel zu begegnen und für gesellschaftliche Herausforderungen und für besonders vulnerable Personengruppen passende Lösungen zu entwickeln. Und auch nach der aktuellen Krisensituation bedarf es immer wieder neuer Impulse, damit unsere Gesellschaft zukunftsfähig bleibt und wir bedarfs- und bedürfnisgerechte Angebote für unsere Zielgruppen entwickeln und anbieten können.

Ein Mittel hierfür sind Projekte. Mit ihnen können neue Strategien, innovative Lösungen für soziale Fragen auf Zeit ausprobiert und anschließend verstetigt und/oder ausgeweitet und weiterentwickelt werden. Projekte sind das Laboratorium, die Zukunftswerkstatt für Innovationen in der Sozialwirtschaft.

Projektarbeit ist in vielfältiger Art und Weise dynamisch. Häufig muss, wie auch in der derzeitigen Corona-Krise, schnell auf eine veränderte Situation reagiert werden. Es braucht schnelle Wege zur Ideen- und Konzeptentwicklung, Projektanträge müssen unter Zeitdruck geschrieben und Förderungen zum Teil ohne großen Vorlauf beantragt werden. Und das meistens ohne die finanziellen oder personellen Ressourcen zu haben, sozusagen „nebenbei“. Für neue Projekte müssen zum Teil Partner*innen erst gefunden bzw. Netzwerke gebildet werden. Wissen muss geteilt, Einschätzungen müssen gemeinsam debattiert werden. Ebenso müssen während des Projekts stetig Anpassungen vorgenommen und diese mit dem Fördergeber abgestimmt werden. Gerade bei Netzwerkprojekten mit vielen Partner*innen braucht es dafür einen kontinuierlichen Austausch und eine offene Kommunikation untereinander.

Durch Projekte werden vielfältige Erfahrungen gemacht und unterschiedlichste Ergebnisse erzielt. Doch oftmals verbleiben diese bei den Projektbeteiligten oder man erfährt eher zufällig davon. Aber gerade der Austausch untereinander und das Lernen voneinander können dazu beitragen, Projekte nachhaltig zu verankern sowie erprobte Ideen und Konzepte zu übertragen und zu skalieren.

Der Hackathon ist eine tolle Form, um innerhalb kurzer Zeit Lösungen für verschiedene Herausforderungen zu entwickeln. Aber auch nach dem Hackathon wird es weiter „Räume“ und Formate brauchen, um voneinander zu lernen, Projekterfahrungen auszutauschen, Bedarfe der Mitgliedsorganisationen und der Zielgruppen aufzunehmen und gemeinsam weitere Lösungen zu entwickeln und neue Projekte zu starten.

Wie kann Ideen- und Projektentwicklung sowie auch die schnelle Beantragung von Förderungen für (Netzwerk-) Projekte gelingen?
Wie kann das vor Ort derzeit gewonnene (Handlungs- und Problem-)Wissen geteilt, in Projektideen aufgenommen und weiterentwickelt werden?
Wie finden die Kooperationspartner*innen zusammen?
Wie kann ein (digitales) Innovations- und Projektmanagement für uns, aber auch für die Zusammenarbeit mit Mitgliedsorganisationen und weiteren Partner*innen aussehen?
Welche konkreten Unterstützungsformen beim Projektmanagement braucht es, damit gute Ideen aus der Praxis der Sozialen Arbeit zu gelingenden Projekten heranreifen und umgesetzt werden können?
Welche bereits vorhandenen Werkzeuge können wir dafür nutzen und sinnvoll miteinander kombinieren, was braucht es zusätzlich?
Und wie schaffen wir es, dass dies auch gelebt wird und uns letztlich etwas vom „Geist des Hackathons“ erhalten bleibt?

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