Die Landtagswahl am 8. März ist mehr als nur ein Urnengang; sie ist eine Entscheidung über die Zukunftschancen tausender Kinder in Baden-Württemberg. Während wir in einem der wirtschaftlich stärksten Bundesländer leben, ist hier fast jedes fünfte Kind von Armut betroffen. Dies ist kein unabwendbares Schicksal, sondern das Ergebnis politischer Versäumnisse.
Die Diagnose ist eindeutig und ernüchternd: Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Zahlreiche Studien belegen, dass unser Bildungssystem soziale Ungleichheit eher verstärkt als ausgleicht. Der Bildungserfolg hängt überproportional von der sozialen Herkunft ab, nicht von Begabung oder Motivation. Das ist nicht nur ein bildungspolitisches Versagen, sondern gefährdet auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wir wissen, was zu tun ist. Doch es mangelt am politischen Willen, dieses Wissen in die Praxis umzusetzen. Statt kurzsichtiger Haushaltslogik brauchen wir Investitionen in langfristige Wirksamkeit. Statt nur guter Pilotprojekte fordern wir einen echten Strukturwandel. Es ist an der Zeit, dass Bildungsgerechtigkeit zur Priorität wird – für eine faire und demokratische Gesellschaft.