Zertifizierte Weiterbildung: Systemische*r Fachcoach*in FASD

5. November 2026 | Online / Heidelberg
Datum:
-

Uhrzeit:
09:00 - 16:00
Anmeldeschluss:
Kosten:
2.800,00 € Frühbucher für Mitglieder des Paritätischen Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz/Saarland, 3.300,00 € Frühbucher für Mitglieder des Paritätischen anderer Bundesländer, sonst 3.800,00 €
Kursnummer:
26S2.02.012
Organisation:
Paritätische Akademie Süd
Veranstaltungsort:
Online / Heidelberg

Die Weiterbildung befähigt sozialpädagogische Fachkräfte, Menschen mit der Fetalen Alkoholspektrumstörung (kurz: FASD) sowie deren Bezugspersonen fundiert zu beraten und langfristig zu begleiten. Die modulare Qualifizierung vermittelt vertieftes Fachwissen, professionelle Beratungskompetenz und Handlungssicherheit für eine eigenständige Tätigkeit als FASD-Multiplikator*in. Die Kursleitung übernehmen Ulrike Mai und Christina Heib.

Hinweis: Der Frühbucherrabatt endet am 10. August 2026. Anschließend gelten die regulären Preise (jeweils 100 Euro mehr).

 

FASD ist in vielen pädagogischen, sozialen und medizinischen Kontexten noch wenig bekannt, obwohl Fachkräfte zunehmend auf Menschen mit FASD treffen. Um diese fachgerecht beraten und begleiten zu können, benötigen sie fundiertes Wissen über neurokognitive Besonderheiten, Entwicklungsverläufe sowie psychosoziale Herausforderungen.

Die Qualifikation setzt genau hier an: Sie vermittelt Fachkräften strukturiertes Wissen, praxisnahe Methoden und Beratungskompetenz, sodass sie ihre Expertise eigenständig anwenden, in Teams weitergeben und in unterschiedlichen Institutionen wirksam werden können.

Gleichzeitig reagiert die Weiterbildung auf den aktuellen Bedarf in Bildung, Jugendhilfe, Pflege und Beratung: Immer mehr Menschen mit FASD werden frühzeitig diagnostiziert, wodurch Fachkräfte verlässliche und qualifizierte Unterstützung anbieten müssen. Ziel ist es, Fachkräfte zu befähigen, diese Aufgaben professionell, verantwortungsvoll und nachhaltig zu erfüllen.

Die Kursleitung übernehmen Ulrike Mai und Christina Heib.

 

Aufbau:

Die Qualifikation ist modular aufgebaut und umfasst fünf aufeinander aufbauende Module und ein Abschlussmodul in Form eines Colloquium zum Leistungsnachweis. Sie verbindet Selbststudium, Online-Veranstaltungen und Präsenzphasen in einem Blended-Learning-Format, das eine flexible Teilnahme neben der Berufstätigkeit ermöglicht und gleichzeitig einen intensiven Praxis- und Reflexionsbezug sicherstellt.

Jedes Modul beginnt mit strukturierten Selbstlernphasen, in denen sich die Teilnehmenden grundlegendes Fachwissen zu den jeweiligen Themen erarbeiten. Dieses Wissen wird in Online-Veranstaltungen vertieft und fachlich eingeordnet. In den anschließenden Präsenzphasen erfolgt die Anwendung der Inhalte unter der spezifischen FASD-Perspektive. Dabei stehen die Übertragung in die Beratungspraxis, die Auseinandersetzung mit konkreten Fallbeispielen sowie der kollegiale Austausch im Mittelpunkt.

Die Module decken nacheinander die Themen FASD-Grundlagen, Sozialrecht, Trauma und Stressregulation sowie Beratungskompetenz ab. In allen Modulen wird bewusst zunächst fachliches Grundwissen vermittelt und anschließend gezielt die Besonderheiten, Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten für Menschen mit FASD herausgearbeitet.

Ein zentrales Element der Ausbildung sind die regelmäßig stattfindenden Supervisionstage. Diese dienen der Erprobung von Beratung, der Selbsterfahrung sowie der Reflexion eigener Praxisfälle in Intervisions- und Supervisionssettings. So werden die Entwicklung einer professionellen Haltung und Handlungssicherheit kontinuierlich begleitet.

Die Selbstlernphasen schließen mit lernprozessbegleitenden Leistungsabfragen ab, beispielsweise in Form von Präsentationen, schriftlichen Ausarbeitungen oder Praxisaufgaben. Diese dienen der Vertiefung und Sicherung der Inhalte und sind nicht benotet.

Den Abschluss der Ausbildung bildet ein Colloquium. Die Teilnehmenden präsentieren ihre Facharbeit, stellen ihre Themen im Rahmen eines „Markts der Möglichkeiten“ vor und nehmen an Fachgesprächen teil. Dadurch wird der Transfer des erworbenen Wissens in die berufliche Praxis sichtbar gemacht und die Qualifizierung als FASD-Fachkraft abgeschlossen.

 

Inhalte:

FASD-Grundlagen: Definition, Epidemiologie und Diagnostik von FASD sowie neurokognitive Besonderheiten, Exekutivfunktionen und deren Auswirkungen auf Verhalten, Gesundheit und Alltagsbewältigung; Anwendung der Inhalte in praxisbezogenen Aufgaben und Präsentationen

Lebenswelten und Entwicklungsverläufe: Anforderungen und Unterstützungsbedarfe in KiTa, Schule, stationärer Jugendhilfe und Pflegefamilien sowie Themen wie Pubertät, Sexualität, Übergang in Ausbildung und Arbeitswelt; Bearbeitung konkreter Praxisfragestellungen aus dem beruflichen Alltag

Sozialrecht: Überblick über sozialrechtliche Grundlagen für Menschen mit Behinderungen, Einordnung relevanter Leistungsansprüche, Umsetzung in Beratungssituationen sowie Nutzung von Hilfsmitteln; praxisnahe Anwendung anhand konkreter Fall- und Beratungssituationen

Trauma, Stress und Regulation: Grundlagen zu Trauma und Traumafolgestörungen, Zusammenhänge zwischen Trauma, Stresssystem und FASD, Selbst- und Co-Regulation sowie Selbstfürsorge in beratenden Kontexten; Erprobung von Methoden und Reflexion eigener Erfahrungen

Beratungskompetenz: Systemische Grundlagen und Methoden, Psychoedukation für Menschen mit FASD, Beratung von Bezugspersonen, Fachkräften, Behörden und Institutionen; Übung und Reflexion von Beratungssituationen

Praxisreflexion und Supervision: Bearbeitung eigener Fälle, Beratungserprobung, Selbsterfahrung sowie Intervision und Supervision zur Sicherung des Praxistransfers und zur Entwicklung professioneller Handlungssicherheit

Netzwerkkompetenz und Multiplikator*innenrolle: Aufbau, Koordination und fachliche Steuerung tragfähiger Unterstützungsnetzwerke für Menschen mit FASD; professionelle Kommunikation mit Fachkräften, Institutionen und Kostenträgern sowie Einordnung der eigenen Rolle als fachliche Botschafter*innen für FASD.

Colloquium und Facharbeit: Erarbeitung einer praxisbezogenen Facharbeit, Präsentation der Fachthemen im Rahmen eines „Markts der Möglichkeiten“ sowie strukturierte Fachgespräche zur fachlichen Reflexion, Einordnung und Sicherung der Multiplikator*innenkompetenz

 

Besonderheiten:

Blended-Learning-Format mit hoher Flexibilität und nachhaltigem Lerntransfer:

Die Ausbildung verbindet Selbststudium, Online-Elemente und Präsenzphasen zu einem aufeinander aufbauenden Gesamtkonzept. Diese Struktur ermöglicht eine flexible Zeiteinteilung bei gleichzeitiger fachlicher Vertiefung und unterstützt insbesondere berufstätige Fachkräfte dabei, Inhalte nicht nur aufzunehmen, sondern kontinuierlich zu reflektieren und in die eigene Praxis zu integrieren.

Fokus auf qualifizierte Beratung und professionelle Begleitung:

Im Mittelpunkt der Ausbildung steht die fachlich fundierte Beratung und Begleitung von Menschen mit FASD sowie deren Bezugspersonen und beteiligten Fachkräften. Ziel ist es nicht, lediglich Grundlagenwissen zu vermitteln, sondern die Teilnehmenden systematisch dazu zu befähigen, qualitätsgesichert, reflektiert und fachlich begründet zu handeln. Die Ausbildung legt großen Wert auf die Entwicklung einer professionellen Haltung, methodischer Sicherheit und klarer fachlicher Orientierung – als Grundlage für verantwortungsvolle Beratung und Multiplikator*innentätigkeit.

Hoher Praxisanteil und kontinuierliche Qualitätssicherung:

Durch praxisbezogene Aufgaben, Beratungsübungen, Fallarbeit, Supervision, Fachgespräche und das abschließende Colloquium wird der Transfer in die Praxis konsequent begleitet. Die Teilnehmenden erproben ihr fachliches Handeln, reflektieren ihre Rolle und erhalten Rückmeldung im geschützten Rahmen. So wird sichergestellt, dass Beratung und Begleitung nicht „aus dem Bauch heraus“, sondern auf Basis fundierter Fachkenntnisse und erprobter Konzepte erfolgen.

Ergänzend wird die Rolle der Teilnehmenden als Multiplikator*innen gestärkt, indem Netzwerkkompetenzen und fachliche Schnittstellenarbeit systematisch in Beratung, Fallarbeit und Supervision reflektiert werden.

 

Lernziele:

Nach Abschluss der Qualifizierung sind die Teilnehmenden in der Lage:

  • Menschen mit FASD kompetent zu beraten und zu begleiten, unter Berücksichtigung ihrer neurokognitiven Besonderheiten, Verhaltensweisen und psychosozialen Herausforderungen.
  • Fachwissen gezielt anzuwenden, indem sie zunächst Grundlagen verstehen und diese anschließend unter der spezifischen FASD-Perspektive reflektieren („FASD-Brille“).
  • Beratung praxisnah zu erproben, eigene Erfahrungen zu reflektieren und die professionelle Handlungssicherheit kontinuierlich zu entwickeln.
  • Bezugspersonen, Teams und Institutionen fachlich zu unterstützen, Schulungen anzubieten und als Multiplikator*innen Wissen und Methoden weiterzugeben.
  • Sozialrechtliche, therapeutische und pädagogische Aspekte in Beratungssituationen professionell einzusetzen, einschließlich Hilfsmittel und Fördermöglichkeiten.
  • Traumabezogene Zusammenhänge und Stressregulation zu erkennen, geeignete Handlungsstrategien anzuwenden und Selbst- sowie Co-Regulation in der Arbeit mit Menschen mit FASD zu nutzen.
  • Komplexe Situationen strukturiert zu analysieren, Beratungskonzepte zu entwickeln und diese im Rahmen von Fallarbeit, Fachgesprächen und Praxisübungen anzuwenden.
  • tragfähige Unterstützungsnetzwerke für Menschen mit FASD fachlich fundiert aufzubauen, zu koordinieren und weiterzuentwickeln sowie als Multiplikator*innen Wissen adressat*innengerecht in unterschiedliche Systeme zu vermitteln

 

Methodik:

Die Weiterbildung nutzt ein vielfältiges, praxisnahes Methodenspektrum, um Theorie, Praxis und Reflexion eng zu verbinden und die Handlungskompetenz der Teilnehmenden nachhaltig zu stärken.

  • Selbststudium: Vor- und Nachbereitung der Module, Bearbeitung praxisbezogener Aufgaben, Erarbeitung von Präsentationen und Facharbeiten. So werden Grundlagenwissen und vertiefende Inhalte selbstständig angeeignet und reflektiert.
  • Online-Veranstaltungen: Vermittlung von Fachwissen, Vertiefung der Inhalte aus dem Selbststudium und Möglichkeit, fachliche Fragen interaktiv zu klären. Diese Elemente sichern die flexible Integration in den Berufsalltag.
  • Präsenzphasen: Vertiefung, Beratungserprobung und Anwendung der Inhalte in realitätsnahen Szenarien; Arbeit mit Fallbeispielen, Gruppenübungen und praxisnahen Beratungsaufgaben.
  • Supervision und Praxistransfer: Begleitung durch Trainer*innen in Kleingruppen, um eigene Fälle zu bearbeiten, Beratungskompetenz zu erproben, Selbsterfahrung zu reflektieren und Handlungssicherheit aufzubauen.
  • Praxisbezogene Leistungsaufgaben: Die erarbeiteten Inhalte aus Selbststudium und Online-Modulen werden in Präsentationen oder Praxisaufgaben eingebracht, diskutiert und reflektiert. Diese Aufgaben sichern den Transfer in die berufliche Praxis, sind jedoch nicht benotet.
  • Colloquium: Präsentation der Facharbeit, Teilnahme an Fachgesprächen und Austausch im „Markt der Möglichkeiten“; Abschluss der Ausbildung mit professioneller Reflexion und Sicherung der Multiplikator*innenkompetenz.

Durch die Verzahnung von Blended Learning, Praxisübungen, Supervision und fachlichem Austausch wird sichergestellt, dass die Teilnehmenden die Inhalte nicht nur theoretisch aufnehmen, sondern direkt in ihre berufliche Praxis übertragen können.

 

Zielgruppe:

Die Weiterbildung richtet sich an qualifizierte Fachkräfte, die Menschen mit FASD beraten, begleitend oder unterstützend tätig sind oder perspektivisch als Multiplikator*innen, Fachberater*innen oder institutionelle Ansprechpersonen für FASD wirken möchten. Sie spricht insbesondere Mitarbeitende aus den Bereichen an:

  • Sozialpädagogik, ambulanter und stationärer Kinder- und Jugendhilfe
  • Frühförderung, Heilpädagogik, Sonderpädagogik
  • Pflege- und Betreuungseinrichtungen; Fachpflegestellen/sozialpädagogische Pflegestelle Beratung von Bezugspersonen und Familien (z.B. Suchthilfe, SPZ (Sozialpädiatrische Zentren), Frühe Hilfen)
  • Fachkräfte aus Gesundheitswesen, Therapie und Sozialrecht

Die Weiterbildung setzt grundlegende berufliche Erfahrungen in Beratung oder Betreuung voraus und richtet sich an Fachkräfte, die ihre Beratungskompetenz systematisch erweitern und fachlich fundiert arbeiten möchten. Die Ausbildung wird von der Heterogenität der Teilnehmer*innen maßgeblich beeinflusst, verbindet die unterschiedlichen Professionen und Perspektiven und schafft ein gemeinsames, praxisnahes Erfahrungsfeld.

 

Voraussetzungen:

  • Abgeschlossene Ausbildung oder Studium in einem relevanten Berufsfeld (z. B. Sozialpädagogik, Heilpädagogik, Sonderpädagogik, Pflege, Therapie, Sozialarbeit).
  • Aktuelle Tätigkeit in der Beratung, Betreuung oder Begleitung von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, idealerweise mit besonderen Förderbedarfen oder Behinderungen.
  • Bereitschaft, sich auf praxisnahe Fallarbeit, Supervision und Reflexion eigener Erfahrungen einzulassen.
  • Grundkenntnisse in rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen sind von Vorteil, werden jedoch im Kurs vermittelt.
  • Motivation, die Inhalte der Ausbildung professionell in der eigenen Praxis anzuwenden und Wissen an Teams oder Institutionen weiterzugeben.

 

Hinweis:

Wir bieten unsere Seminare auch als Inhouse exklusiv für Ihre Einrichtung an. Sprechen Sie uns gern an und fordern Sie ein unverbindliches Angebot an, unter: https://akademiesued.org/inhouse

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