Paritätischer besorgt um den Anstieg rechtsextremistischer Tendenzen

Pressemitteilung - geschrieben am 26.09.2023 - 09:22

Stuttgart 26.09.2023 Laut der jüngsten Mitte-Studie 2022/23 der Friedrich-Ebert-Stiftung teilt jede zwölfte Person in Deutschland ein rechtsextremes Weltbild. Damit ist der Anteil unter den Befragten gegenüber den Vorjahren um 5-6 Prozent gestiegen. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg im Rahmen der Interkulturellen Woche (24.09.-01.10.2023) die Politik dazu auf, aktiv Haltung gegen rechtsextremistische Tendenzen in unserer Gesellschaft zu zeigen. Hierzu gehören konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung demokratiefeindlicher Strukturen und eine Vorbildfunktion in der politischen Debattenkultur, so der Verband.

"Die Hemmschwelle, menschenverachtende Aussagen öffentlich zu bekunden, sinkt rapide. Wir dürfen nicht zulassen, dass dadurch unsere demokratische Grundordnung und die Solidarität in der Gesellschaft ernsthaft gefährdet sind. Deshalb fordern wir von der Politik ein klares Signal, dass Hass und Hetze sowie Verstöße gegen Menschenrechte in unserer Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Gleichzeitig müssen Sorgen, Existenzängste und Verunsicherungen einzelner Menschen und Gruppierungen ernst genommen sowie konkrete Maßnahmen gegen Armut, für mehr Bildungsgerechtigkeit, eine bessere Integration und stabile soziale Infrastruktur ergriffen werden. Dies schafft Vertrauen und verhindert, dass sich Feindbilder verfestigen sowie demokratiefeindliche Strömungen gestärkt werden. Auch Soziale Arbeit ist vielfach Demokratie-Bildung: Das fängt bei der Erziehung in der Kita an, geht über die Jugendsozialarbeit an Schulen bis hin zu Angeboten sozialer und gesellschaftlicher Teilhabe für Erwachsene. Weil Investitionen in Soziale Arbeit sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes“, sagt Uta-Micaela Dürig, Vorständin Sozialpolitik des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. 

Hintergrundinformationen:
Die bundesweite Interkulturelle Woche (IKW) findet seit 1975 immer Ende September statt. Sie wird unterstützt und mitgetragen von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Vereinen, Bildungsträger*innen, Migrant*innenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen. Weitere Infos unter www.interkulturellewoche.de.

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