Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg fordert bessere Chancen für Langzeitarbeitslose

Pressemitteilung - geschrieben am Dienstag, 9. Februar 2021 - 13:37

Stuttgart/Berlin 09.02.2021    Ein Bündnis von 41 Gewerkschaften und Verbänden bewertet den von der Großen Koalition in Aussicht gestellten Einmalzuschlag in Höhe von 150 Euro für arme Menschen als “Tropfen auf den heißen Stein”. Die Organisationen starten heute eine breite Unterschriftensammlung, um den Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, endlich armutspolitisch wirksame Soforthilfen auf den Weg zu bringen. Das Bündnis fordert die zügige Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro für alle Menschen, die auf existenzsichernde Leistungen wie etwa Hartz IV angewiesen sind. Unterzeichnung möglich ab sofort auch hier: www.der-paritaetische.de/coronahilfe/

„Eine der Hauptursachen für Armut ist Langzeitarbeitslosigkeit. Davon sind auch in Baden-Württemberg immer noch viel zu viele Menschen betroffen“, erklärt Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. „Wir brauchen eine wirkungsvolle Landesarbeitsmarktpolitik, die gerade langzeitarbeitslose Menschen besonders fördert und in die Erwerbstätigkeit vermittelt. Bisher liegen wir dabei in Baden-Württemberg bei unter 20 Prozent“, so Wolfgramm. Bei der erfolgreichen beruflichen Reintegration spielten soziale Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen eine zentrale Rolle. Denn besonders dort könnten die komplexen Problemlagen von langzeitarbeitslosen Menschen ausreichend berücksichtigt und abgebaut werden. Das werde leider bisher von der Landespolitik zu wenig erkannt, so die Vorstandsvorsitzende weiter. „Langzeitarbeitslosigkeit  bringt vielfältige Probleme mit sich. Die Betroffenen leiden psychisch und physisch unter der Situation und brauchen eine individuelle Unterstützung und Begleitung“, so Wolfgramm. Deshalb sei es in Ergänzung zur Arbeitsmarktpolitik des Bundes dringend erforderlich, für die Beschäftigungsförderung in Baden-Württemberg verlässliche und tragfähige finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen.

Gemäß der Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit für Baden-Württemberg ist die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen im Land binnen Jahresfrist um 63.098 Personen auf 283.621 Menschen im Januar 2021 angestiegen. Davon entfielen 162.163 auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen) und 121.458 auf die Grundsicherung (Jobcenter). Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen lag bei rund 78.500 und erreichte damit einen Monatshöchstwert innerhalb der vergangenen 10 Jahre.

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