PARITÄTISCHER fordert bessere Versorgungssituation für ältere Menschen in den Kommunen

Pressemitteilung - geschrieben am Donnerstag, 1. Oktober 2020 - 14:19

Stuttgart   Zum Internationalen Tag älterer Menschen fordert der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg die flächendeckende Umsetzung von inklusiven, generationengerechten Quartierskonzepten in den Kommunen im Land. Nur mit einer bedarfsgerechten Pflege- und Unterstützungsinfrastruktur vor Ort könnten Senior*innen möglichst lange selbstbestimmt im häuslichen Umfeld leben. Zur flächendeckenden Umsetzung seien verbindliche Leitplanken zur integrativen Sozialplanung erforderlich. Zur systematischen Erfassung, Beobachtung und Analyse des Bestands und der sich entwickelnden Bedarfe sei ein Infrastruktur-Monitoring notwendig, so der Verband.

„Besonders alleinlebende Senior*innen brauchen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld eine gute örtliche Infrastruktur, um möglichst lange selbstbestimmt leben zu können. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr muss günstig und direkte Einkaufmöglichkeiten verfügbar sein“, erklärt Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. „Wie wichtig dazu noch das soziale Miteinander und Nachbarschaftshilfe im Stadtteil ist, hat die Corona-Krise gezeigt. In der Zeit, in der ältere Menschen möglichst zuhause bleiben sollten, um jegliches Ansteckungsrisiko zu vermeiden, haben Nachbarn, Bekannte und viele Freiwillige Einkäufe und Besorgungen übernommen, Medikamente aus der Apotheke geholt oder sind mit dem Hund Gassi gegangen“, so Wolfgramm. Damit ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben könnten, seien inklusive, generationengerechte Quartierskonzepte in jedem Stadtteil erforderlich. Nur so könnten die Menschen, die aufgrund ihres Alters, wegen Krankheit oder Behinderung auf ausreichende und passgenaue Wohn- und Pflegeangebote angewiesen sind, auch die notwendige Hilfe und Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

In der Verknüpfung von Wohnung, Nachbarschaftshilfen, Betreuung und Unterstützung liegt ein großes Potential für den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Stadtteil“, erklärt Dagmar Lust, Geschäftsstellenleiterin von Integrative Wohnformen e.V.. „Wie wichtig ein gutes nachbarschaftliches Miteinander gerade auch zur Unterstützung älterer Menschen ist, erleben wir täglich in unserer Quartiersarbeit. Unser neues Projekt Nachbarschaftslotsen unterstützt das Engagement von Nachbarn für Nachbarn zusätzlich. Interessierte Bürger*innen können sich hier zu Nachbarschaftslotsen weiterbilden lassen. Dafür bieten wir ihnen eine 6-teilige modulare Fortbildung mit Inhalten, wie Gesprächsführung, einen erste Hilfe Kurs, Informationen über die Hilfsangebote im Quartier und ähnliches an“, so Lust. Bisher werde das Angebot, das modellhaft in Esslingen umgesetzt wird, sehr gut angenommen.

Pressekontakt Integrative Wohnformen e.V.: Dagmar Lust, Geschäftsstellenleiterin, Tel. 0711/ 91443075, E-Mail: dagmar.lust@integrative-Wohnformen.de.

 

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