Wie kann die soziale Infrastruktur auf kommunaler Ebene bei knappen Ressourcen langfristig gesichert werden? Zu dieser Frage lud die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Breisgau-Hochschwarzwald am Montag, 20.10.2025, die kommunale Verwaltung sowie Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker zu einem Sozialpolitischen Forum in die Caritas Akademie ein. Die zwei geplanten Veranstaltungsstunden wurden mit einstimmiger Zustimmung deutlich überzogen.
Der gemeinsame Abend begann mit einem Vortrag von Frau Prof. Dr. Tanja Klenk der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg zum Thema „Gemeinsame Lösungsansätze für große Herausforderungen“ mit anschließender Diskussions- und Fragerunde.
Im Anschluss entstand im geladenen Kreis ein offener und engagierter Austausch im Fishbowl-Format. Nachdem ein gemeinsames Verständnis der aktuellen Situation und der Ressourcenknappheit geschaffen wurde, entstand eine fruchtbare Diskussion über Gestaltungsspielräume, Prioritäten und Nachhaltigkeit. Wirkungszusammenhänge wurden thematisiert, um Verständnis darüber zu generieren oder zu vertiefen, wie Ausgaben, Leistungen und Folgekosten miteinander zusammenhängen. Es wurde verdeutlicht, wie Kürzungen bei präventiven oder strukturellen Leistungen zu hohen Folgekosten bei individuell einklagbaren Pflichtleistungen führen können. Ein Hauptpunkt war die Beleuchtung des Zusammenhangs der einzelnen Ebenen und Akteure: Zur Inanspruchnahme von Mitteln des Landes braucht es oft kommunale Komplementärförderung, die zunehmend zur Disposition steht. Die Teilnehmenden diskutierten, wie Land und Kommunen so zusammenwirken können, dass soziale Versorgung weiterhin gesichert werden kann und wie die verschiedenen Akteure – Verwaltung, Kommune und Zivilgesellschaft – effizient zusammenwirken können.
Die konstruktive Gesprächsatmosphäre wurde von allen Seiten positiv hervorgehoben. Da viele große Themen im Raum standen, über die konkreter weitergesprochen werden muss, plant die Liga dieses Treffen in ähnlicher Form fortzuführen.
„Das Sozialpolitische Forum ist ein wertvoller Raum für den Dialog zwischen der Liga der freien Wohlfahrtspflege, der kommunalen Verwaltung und den Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern. Möge es als Brücke zwischen den Entscheidungsträgern und den Bedürfnissen der Gesellschaft wirken, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft zu gestalten und das Wohl aller zu fördern“, so Annika Beutel, Regionalleitung Südbaden im Paritätischen Baden-Württemberg und Mitglied der Liga Breisgau-Hochschwarzwald.