Frau wartet am Straßenrand

Mobile Teams gegen Gewalt, Menschenhandel und Prostitution

Die staatlichen Notbremsen zur Eindämmung der Pandemie bedeuten für die Zielgruppen Schutz und Gefährdung zugleich: Erste Studien belegen den Anstieg von körperlicher und sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Kinder im familiären Kontext während der Corona-Pandemie. Durch Lockdown, Kurzarbeit, Kita- und Schulschließungen leben sie in einer außergewöhnlichen familiären Enge. Finanzielle Sorgen, Zukunftsängste oder Quarantäneanordnungen verschärfen gewaltauslösende Momente. Gleichzeitig ist der Weg zu professioneller Hilfe erschwert: zum einen verhindert die Kontrolle der gewaltausübenden Person eine Kontaktaufnahme zu einer Fachberatungsstelle. Zum zweiten gibt es häufig kein Angebot vor Ort, insbesondere der ländliche Raum ist unterversorgt. Und Beratungstermine in der nächsten Stadt lassen sich kaum realisieren, wenn Kinder unbetreut zu Hause sind. Auch für Frauen in der Prostitution verschlimmerte die Corona-Pandemie die sowieso schon prekäre Situation. Der Betrieb von Prostitutionsstätten, Bordellen und ähnlichen Einrichtungen wurde längere Zeit untersagt, was viele in eine existenzielle Notlage führte. Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel berichten davon, dass die Corona-bedingten Einschränkungen dafür sorgen, dass Ausbeutungssituationen sich vermehrt ins Dunkelfeld verlagern und die Identifizierung Betroffener erschwert wird. Wirtschaftliche Not birgt die Gefahr, dass noch mehr Menschen auf „falsche“ Arbeitsangebote hereinfallen und sexuell ausgebeutet werden. Die unterschiedlichen und oft komplexen Problemlagen der Frauen treffen auf einen beeinträchtigten Zugang der Beratungsstellen. Aufsuchende Arbeit wird zu einem zentralen Baustein in der Pandemie.

Die Ziele

Verbesserung der ambulanten Versorgung von gewaltbetroffenen Frauen, Mädchen und Jungen in Baden-Württemberg während der Corona Pandemie durch die Einrichtung von Mobilen Teams in unterversorgten Regionen oder durch die Ausweitung des Aufgabenspektrums. Durch flexible, wohnortnahe, virtuelle oder aufsuchende Beratungsangebote erhalten gewaltbetroffene Frauen und Kinder sowie Prostituierte in Notlagen Beratung und Hilfe. Die 22 spezialisierten Fachberatungsstellen, die sich im Land am Projekt beteiligen, entsenden insgesamt 24 Mobile Teams in die Fläche. Somit arbeiten sie nah an den Betroffenen und auf allen Kanälen. Mit Hilfe von Außenstellen im ländlichen Raum, Walk and Talk, Beratungs-Automobilen, Auf- und Ausbau von Online-Beratung, aufsuchender Arbeit – auch in Social Media-Kanälen und Online-Veranstaltungen mit Kooperationspartner*innen stärken sie wirkungsvoll direkt in der Pandemie die Versorgung in Baden-Württemberg. 

Zielgruppen

  • Frauen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind
  • Frauen, die von häuslicher Gewalt und Stalking betroffen sind
  • Prostituierte
  • Opfer von Menschenhandel
  • Kinder und Jugendliche, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind
  • Angehörige und Unterstützungspersonen

Projektträger

22 Träger von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen in Baden-Württemberg, die bereits in den Feldern häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Beratung von Prostituierten und Opfern von Menschenhandel arbeiten mit insgesamt 24 Mobilen Teams.

Laufzeit

01.11.2020 – 31.12.2022

Mobile Teams "Häusliche Gewalt"
Mobile Teams "Häusliche Gewalt"
Mobile Teams "Sexualisierte Gewalt"
  • Frauen- und Kinderschutzhaus Kreis Waldshut e.V. | Frauenberatungsstelle COURAGE | Landkreis Waldshut | www.frauenhaus-wt.de
  • Frauen helfen Frauen Ortenau e.V. | Ortenaukreis
    www.fhf-ortenau.de
  • Frauenhorizonte - gegen sexuelle Gewalt e.V. | Landkreis Emmendingen und Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
    https://www.frauenhorizonte.de
  • Frauen helfen Frauen e.V., Frauenberatungsstelle | Alb-Donau-Kreis
    www.fhf-ulm.de
Mobile Teams "Sexualisierte Gewalt"
  • Frauen- und Kinderschutzhaus Kreis Waldshut e.V. | Frauenberatungsstelle COURAGE | Landkreis Waldshut | www.frauenhaus-wt.de
  • Frauen helfen Frauen Ortenau e.V. | Ortenaukreis
    www.fhf-ortenau.de
  • Frauenhorizonte - gegen sexuelle Gewalt e.V. | Landkreis Emmendingen und Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
    https://www.frauenhorizonte.de
  • Frauen helfen Frauen e.V., Frauenberatungsstelle | Alb-Donau-Kreis
    www.fhf-ulm.de
Mobile Teams "Menschenhandel"
  • Diakonisches Werk Freiburg Fachberatungsstelle FreiJa – Aktiv gegen Menschenhandel | Landkreis Lörrach
    www.diakonie-freiburg.de
  • Fraueninformationszentrum im VIJ e.V. Bodenseekreis | Landkreis Konstanz
    www.fiz.vij-wuerttemberg.de
  • Diakonisches Werk Heilbronn | Mitternachtsmission - Projekt MISCARE | Städte EllwangenHeidelberg, Mannheim, Tübingen, Ulm, Karlsruhe
    www.diakonie-heilbronn.de
Mobile Teams "Menschenhandel"
  • Diakonisches Werk Freiburg Fachberatungsstelle FreiJa – Aktiv gegen Menschenhandel | Landkreis Lörrach
    www.diakonie-freiburg.de
  • Fraueninformationszentrum im VIJ e.V. Bodenseekreis | Landkreis Konstanz
    www.fiz.vij-wuerttemberg.de
  • Diakonisches Werk Heilbronn | Mitternachtsmission - Projekt MISCARE | Städte EllwangenHeidelberg, Mannheim, Tübingen, Ulm, Karlsruhe
    www.diakonie-heilbronn.de
Mobile Teams "Prostitution"
Mobile Teams "Prostitution"
Mobile Teams "Sexualisierte Gewalt Kinder und Jugendliche"
Mobile Teams "Sexualisierte Gewalt Kinder und Jugendliche"

Zwischenbilanz Juni 2021

Handlungsfelder Prostitution und Menschenhandel

  • über 300 Beratungen, überwiegend für Frauen
  • 450 persönliche und 450 telefonische / virtuelle Beratungsgespräche
  • plus 200 persönliche wie telefonische Beratungsgespräche mit Angehörigen der Frauen 
  • rund 800 Kooperationsgespräche mit Expert*innen zur Etablierung des Angebots und zur fachlichen Beratung von Netzwerkpartnern, sozialen Einrichtungen sowie Behörden
  • 90 Veranstaltungen (auch online) Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Prävention 

 

 

Handlungsfelder häusliche und sexualisierte Gewalt

  • 200 Beratungen für gewaltbetroffene Frauen
  • 250 persönliche und 300 telefonische / virtuelle Beratungsgespräche
  • plus 150 persönliche und telefonische Beratungsgespräche mit Angehörigen der Frauen 
  • rund 450 Kooperationsgespräche mit Expert*innen zur Etablierung des Angebots und zur fachlichen Beratung von Netzwerkpartnern, sozialen Einrichtungen sowie Behörden
  • 50 Veranstaltungen (auch online) Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Prävention

Förderung:

Ansprechperson
Ansprechperson

Wichtige Werkzeuge

Artikel merken